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Conbericht zum Weggefährten 5

Aus dem Reisetagebuch einer Druidin

Es war der frühe Abend des Res Marshmont Aghtar 462Tr an dem sich eine kleine Gruppe Reisender um jene beiden Mönche des Hospenserordens, namentlich Bruder Eron und Bruder Pergam scharten, die sie den letzten Teil des Weges hin zum Kloster begleiten würden. Anscheinend war die Kunde um die Gastfreundschaft, der sich jene Ordensgemeinschaft der zwei Götter verschrieben hatte, bis weit über die Grenzen der Sonneninsel Dria vorgedrungen.

Und sicher trugen auch all jene Gerüchte, die um Farrant grassierten dazu bei, gerade diesem Ort im Zwergenreich Midhgul einen Besuch abzustatten. Munkelte man doch von verblichenem Meistermagier, einem Schatz, seltenem Mineral, Reichskonzil am Juralsee, Feenvolk und äußerst versteckt lebenden Zwergen.
Was lag also näher, als Unterkunft in „Sareelas Zuflucht“, so der verheißungsvolle Name des Klosters, zu beziehen?

Die Gruppe Reisender bunt gemischt von nah und fern: eine kleine Gesandtschaft schemurischer Priester um Artress, die mir schon aus dem letzten Iond bekannt, eine Vielzahl an Elfen, der ein oder andere menschliche Recke, ein Katzenwesen und natürlich Kelese und meine Wenigkeit, Celissa, Dienerin Gâyas.

Während man sich von den Ordensbrüdern über ausgedehnte, offene Wiesenflächen führen ließ, machte man sich schnell mit dem ein oder anderen neuen Reisegefährten bekannt und auch die beiden Mönche gaben sich den Fragen der Reisenden über Land, Leute und das Kloster selber offen. Über dies und das plaudernd erreichten wir den Saum des Waldes. Hier im Schutz der Bäume fühlte ich mich bedeutend wohler, als auf dem freien Feld, wenngleich mir der Gedanke an ein Feenvolk nicht sonderlich behagte.

Eine leidvolle Begebenheit des letzten Iondes, der verzauberten Lilie einer gewissen Nachtfee zu erliegen, was aber hier nur am Rande erwähnt sei, mein Misstrauen gegenüber Feen zu erklären. Aber vielleicht war besagtes, ansässiges Feenvolk ja auch nicht mehr als ein Gerücht, jedenfalls blieb das zu hoffen.
Auch das Gerede um Räuber, welche hier in den Wäldern immer mal wieder Reisenden auflauerten, hätte ich gern als einfältiges Geschwätz abgetan, hätte nicht Bruder Eron selbst verlauten lassen, dass das Gebiet um Farrant sicher nicht umsonst so menschenleer. Den herrschenden Zwergenkönig kümmere dies allerdings wenig und so nehme die Sache einfach ihren Lauf.

So war es wohl doch angebracht äußerst wachsam zu sein, um den Wald sicher, vor allem aber unbeschadet zu durchqueren. Bald näherten sich schnelle Schritte, doch war es nur ein einfacher Bauer, der uns entgegeneilte. Er wunderte sich über so viel fremdes Volk. Hatte er doch vor etwa 4-6 Cwarth schon eine Gruppe Reisender getroffen, welche unterwegs zum nahen Kloster.
Ihm waren diese Begegnungen nur recht, erhoffte er sich doch sehnlichst, dass einer vielleicht seine Tochter gesehen, aber leider mussten auch wir ihn enttäuschen.

Er selbst durchkämmte schon seit dem frühen Morgen den Wald auf der verzweifelten Suche nach dem Mädchen, welches erst junge elf Ionde, und vor ein paar Tagen hier spurlos verschwunden.
Da die Sonne langsam zu sinken begann, musste er nun unverrichteter Dinge heimkehren. Doch morgen bei Tageslicht würde er sich dann dem Gebiet etwas oberhalb des Weges zuwenden, um dort weiter nach ihr zu suchen. Hielt er doch eine Verschleppung durch das Feenvolk für wahrscheinlicher, als die Entführung durch Räuber.
Gleichwohl, verschwunden blieb verschwunden, und konnten wir auch jetzt nichts für den Mann ausrichten, versprachen wir doch unsere Augen offen zu halten.

Bald darauf spürte Elfe tatsächlich die Präsenz von Feenwesen in kürzerer Vergangenheit.
Was immer das auch bedeuten mochte, denn Elfen und ihre Zeitrelationen sind ja nun bekanntlich eine Sache für sich...



Erstellt von Celissa. Letzte Änderung: Mittwoch, 19. Januar 2011 20:09:08 UTC by Celissa.