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Conbericht zum Weggefährten 6

Aus dem Reisetagebuch einer Druidin

Führwahr ein seltsamer Ort inmitten des kargen Smedi-Massives, an den es unsere kleine Expeditionsgruppe von rund 20 Recken am Pach Lukemont Sæstar 463TR verschlagen.
Doch war es vielleicht genau jene Abgeschiedenheit, die Meistermagier Nemèlzar für diese, seine ganz besondere „Stätte der Bildung“ gesucht haben mag.
Die steinernen Hallen der Zitadelle ruhen nämlich versteckt in einem alten Bergwerk fernab von Sonnenstrahl oder all zu neugierigem Blicke.

Vielfältig waren die Beweggründe dem Geheimnis, was diese Zitadelle barg (und in Teilen wohl weiterhin noch bergen mag) nachzuspüren. So trieben die Einen Wissensdurst, Abenteuerlust oder Neugier, andere die Besorgnis und auch von manch wertvollem Schatz wurde hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

Aller spätestens durch des Elfenbotschafters eindringliche Rede wurde einem jeden die Gefahr der anstehenden Unternehmung klar vor Augen geführt. Um es in Anlehnung an Ardians spätere Worte zu sagen, war es sicher alles andere als klug, das unterirdische Reich eines Meistermagiers zu betreten, aber dennoch wohl notwendig, wollte man die eigenen Ziele nur beharrlich verfolgen…

So wurde bereits im Vorfeld über die Abwesenheit von heimischen Recken, insbesondere die des Gelehrten Kolarius debattiert, Sicherheitsmaßnahmen diskutiert und Riten des Schutzes gewirkt.

Es mögen weit mehr als ein Dutzend Schritt gewesen, die uns die unzähligen, steinernen Stufen in die kühle und dunkle Tiefe der Erde führten.
Ein Gewirr an Gängen einzig erhellt durch den Schein unserer Laternen.
Wind heulte beharrlich durch die schier bodenlosen Luftschächte, doch ansonsten schien unsere Ankunft eher unbemerkt geblieben, da keine Spur von Magier oder sonstigem Wesen.
Schnell und unbehelligt drangen wir in unbekannte Tiefen. –
Äußerst verdächtig, lief doch bis hierhin alles ein wenig zu glatt und einfach…

Bald darauf war der erste Raum erreicht und sein massives Türblatt genauso sorgfältig verkeilt, wie der weit über uns liegende oberirdische, geheime Zugang.
An der Wand, nahe einer zweiten Tür, prangte ein blutrotes Pergament.
Es warnte all jene, welche körperlich schwach oder gar ängstlich die Gewölbe weiter zu betreten, denn sie seien des Todes, forderte aber zugleich mutige, entschlossene Recken auf, sich den Prüfungen Nemèlzars zu unterziehen und voranzuschreiten.
Wie töricht zu glauben unsere Anwesenheit sei bisweilen unentdeckt – nein im Gegenteil, man erwartete uns…

Grad als diese Botschaft verlesen, wurden mit mal Geräusche und Stimmen jenseits der zweiten Türe laut. Heulen, Zetern, Schlurfen, Türenschlagen…
Doch kamen wir zunächst nicht dazu nachzusehen, denn ein Magieradept betrat hinter uns den Raum. Ein junger Abgesandter der Akademie der Zweifel zu Motrolostigo und von Kolarius geschickt uns zu begleiten, so wir uns entschieden die Herausforderung Nemèlzars, für die wir itzo allesamt angereist, anzunehmen.

Irgendwie erschien mir der junge Mann in seiner reich bestickten Robe ein wenig nervös, was angesichts des anstehenden Vorhabens aber auch nicht weiter verwunderlich.
Erinnerte mich doch sein Verhalten stark an jene merkwürdige „Zerrissenheit“, die ich auch schon bei Kolarius vernommen. Einerseits Initiant dieser ungewöhnlichen Expedition und begierig darauf zu erforschen und erfahren, andererseits zu tiefst besorgt, dass tatsächlich Recken bereit, sich in seinem Namen, dieser Sache anzunehmen; Kann ich mich doch gut seiner warnenden Worte an einem Tavernenabend in Etraklin zurückerinnern…
Nun vielleicht eine Eigenart der Akademie alles und jedes in Frage zu stellen, möchte nicht sagen anzuzweifeln, selbst wenn´s im Falle des jungen Adepten nun die eigene Courage.



Erstellt von Celissa. Letzte Änderung: Mittwoch, 19. Januar 2011 20:26:54 UTC by Celissa.