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Conbericht zum Weggefährten 7

Aus dem Brief einer Druidin
Shin Lukemon/Nayntâ, 463TR


An seine HOCHWOHLGEBORENHEIT
Den LEYGRAFEN LEOWFRYD VON ORNEBRANT
BURG DHUREMOR zu NUTRIO,
im Lande LINO / Sonneninsel DRIA



Verehrter Graf,

zunächst möchte ich Euch höflichst darum ersuchen, mir, zumindest dieses Schreiben betreffend, die gewählte kurze Anredeform zu erlauben und dieses nicht als mangelnde Anerkennung oder gar fehlenden Respekt Euch gegenüber zu verurteilen.

E U E R H O C H W O H L G E B O R E N (was der Ankündigung Eures Hauptmannes und meinem Verständnis nach wohl die korrekte und angemessene Bezeichnung wäre) mag einigermaßen schnell gesprochen sein, ist aber langwierig und umständlich zu schreiben.

Zudem muss ich offen zugeben, dass der inhaltliche Aspekt jener vorangegangenen Anredeform mir derzeit eine quälende Frage aufgibt:

Warum sollte ich, die ich gar nichts über die Umstände Eure Geburt, ob sie nun hoch oder tief, lang oder kurz, schmerzhaft oder wohl (Ihr seht hoffentlich, was ich meine) wissen kann, Euch mit solcherlei Attributen betiteln?
Einzig Eure Frau Mutter, Medicus, Amme oder wer noch bei diesem freudigen Ereignis zugegen, könnte unter Umständen hierüber aufrichtige Aussage treffen. Worin liegt also der tiefere Sinn jener bestimmten Wortzusammensetzung?

Seht es mir nach, denn ich bin es gewohnt ehrlich und frei heraus zu sprechen und ebenso treibt mich die Neugier und der Wissensdurst nach Verstehen und Erkenntnis.
Ja, auch dies ist einer der Wege Gâyas…
Und wer sonst könnte mir wohl diese Frage erschöpfend beantworten, wenn nicht ein Mann von Adel, so wie Ihr.

Doch ist es gewiss nur Recht, hiefür eine Gegenleistung zu erwarten.
Nun, Ihr habt bei der Verabschiedung Eurer Gäste um einen Bericht der Ereignisse während Eurer Abwesenheit gebeten.
Zwar fürchte ich, kann ich Eurem Wunsch nicht vollends entsprechen, da ich aus Gründen der allumfassenden Darstellung es für wichtig erachte, gleichwohl die Zeitspanne davor, wie danach zu betrachten, und ich mich darüber hinaus eh nicht in der Lage sehe, die sehr knappe Berichtform, wie Ihr sie von Eurem Hauptmann oder Sergeant gewohnt seien mögt, zu wahren.
Zumindest aber kann ich Euch meine ungezwungene Sicht der Dinge während der drei Tage Aufenthaltes auf Dhuremor, gern zur Verfügung stellen, selbst wenn Ihr nicht im Stande oder gewillt (weil es die kostbare Zeit nicht erlaubt) meine Frage im Gegenzug zu beantworten.


Gâya mit Euch, Graf

Celissa,
eine reisende Druidin



Erstellt von Celissa. Letzte Änderung: Mittwoch, 19. Januar 2011 20:51:07 UTC by Celissa.