Lade...
 

Rifkin Stifkin

Rifkin Stifkin (229 - ca. 280 Truk)

Er ist der Begründer der Radikalphilosophie, Autor von Rifkins Welt, ein Zeitgenosse des Erzmagiers Abraxas Zannentik, und lebte einige Zeit in Guhnio auf Tiri. Außerdem führte er ausgedehnte Reisen durch mehrere Länder durch.
Man sagt von ihm, daß man ihn "an seinen Theorien erkennen" soll. Trotz seiner teils hochgestochenen, gelehrt wirkenden Sprechweise, die eines seiner Markenzeichen wurde, versuchte er bisweilen, Erkenntnisse und Weisheiten mit närrisch erscheinenden Metaphern und Beispielen zu bemänteln.

Rifkin lehnte angeblich übernatürliche Erkenntnisse, die für ihn kaum Beweiskraft hatten, strikt ab. Statt dessen war er vom zwangsläufigen Ablauf regelmäßiger Argumentationsketten überzeugt.

Er wurde anfangs aufgrund seiner Äußerungen als wahnsinnig angesehen und erstaunte die Leute, indem er diesen Darstellungen nicht widersprach, sondern mitunter zustimmte.
Es erscheint gesichert, daß er im Jahr 261 Truk das Smedi-Massiv erkundete. Dort nahm er kaltes Gras zu sich, das vereinzelt zwischen den dampfenden Steinen der Geysire wuchs. Der Legende nach war es dieses Gras, "genossen in angemessener Menge und gut zerkaut", das ihn zu der Erkenntnis befähigte, daß alles ist.
Angeblich führte er stets ein Bündel Gras mit sich.

Kritisch hierzu äußerte sich hingegen Trileus in seiner Philosica aus dem Jahr 391 Truk (zweite Auflage):
"Abraxas hingegen zerstampfte mit einem Mörser kaltes Gras für einen dahergelaufenen Tagedieb namens Rifkin, der sich einbildete, es würde ihn zu höherer Erkenntnis führen."

Es ist allerdings unwahrscheinlich, daß ein bloßer Tagedieb einen Satz wie diesen von sich gibt:
"Setzen wir uns und diskutieren über das Thema, denn bisher stritten wir miteinander um Meinungen, nun aber laßt uns die Fakten vergleichen."


Stifkins Lehren setzen die Existenz der Welt als wahr und gegeben voraus. Aus der Existenz der Welt leitete er 'sogleich' die sogenannten Rifkin´schen Folgerungen des Seins ab.

Über ihn wurden auch etliche Redewendungen geprägt:
  • "Ein Wahnsinn Rifkin´schen Ausmaßes!"
  • Sprichwörtlich ist auch "die geschliffene Rhetorik Rifkins".
  • "Man erkannte den Stifkin hinter seinen Worten."
Unter letzterem sind wohl Weisheiten, die als Narreteien daherkommen, zu verstehen.

Tygen Lennus erzählt, daß ihm Stifkin während seiner Suche nach der Kunst der Zahl begegnet sei und ihm geraten hatte:
“Das sei nicht gut, daß Du die Zahlen zu Rate ziehst, denn sie sind rational, mitunter sogar gebrochen rational, was ganz im Gegensatze zum menschlichen Geiste stehe, denn ist sein Geist rational, so erfaßt er nur die Dinge des Daseins und übersieht leicht die Verknüpfungen des Soseins. Ist er allerdings gebrochen, so mag er beides nicht ertasten, oder er vermischt unzulässig Form und Gestalt. Die Folgerungen daraus sind unvorstellbar. Sei Dir nur so viel gesagt: die beseelte Natur manifestiert sich stets individuell, und laß´ Dir auch nicht von Ketzern und Olmit?en das Gegenteil beweisen.“


Der Magier? und freimütige Stifkin-Bewunderer Rigello notiert:
"Dazu kommt noch, daß nach Stifkin wahre Transzendenz und endgültige Transparenz unvereinbar sind, da sie zwei inerte Formen des Soseins und nicht des Daseins darstellen. Er sah das Vergehen und Werden als Ausprägung der stetig statischen Veränderung, dem Fluß des Soseins im Dasein, jedoch konkret personalisiert in jedem Einzelnen.
Daraus kann nur folgen, daß die Stichrelevanz des Individuums als höchster ethischer Wert anzusehen ist, was Rifkin zum Vorboten einer zutiefst humanistischen Botschaft macht, die weit über seine Zeit hinausgeht und sogar heute noch in ihren letzten Konsequenzen nicht vollständig erkannt wurde. Seine Theoreme stellen damit in jedem Fall eine grundlegende Umwälzung der neuzeitlichen Auffassung vom Menschen als solchen dar."


Ein bekanntes Streitgespräch zwischen Stifkin und Abraxas Zannentik beginnt mit den Worten: “Ist Wahrheit stets in Bezug auf das Absolute zu sehen oder ist die Relevanz des Subjektiven groß genug, die Wahrheit zu beugen?“ Danach folgte angeblich eine 'kurze' Abhandlung über die fünf Theorien der Wahrnehmung, bevor es sich dem Thema zuwandte...

In "Rifkins Stunde" von Tristardo d´Ril murmelt Wenglar von Holk anläßlich der Ernennung Dragmir Knalbs zum fünften Meister der vollkommenen Verwirklichung folgendes:
"Narren vermeinen, sie seien jetzt wach, und glauben zu wissen, ob sie in Wahrheit Fürsten oder Knechte sind. Rifkin und Apochian, beide sind Träumende; und ich, der dies sagt, bin selber im Traum. Dies ist ein Widersatz. Morgen wird ein Weiser aufstehen und ihn erklären."

Er schrieb auch über eine "Versammlung, die von Rifkin einberufen und im großen Ratssaal von Motrolostigo abgehalten wurde und zu der allerlei weise Einsiedler, mystische Zauberkundige, würdevolle Priester und auch ehrwürdige Philosophen geladen waren". Dies gewinnt um so mehr Bedeutung, als angeblich auch der legendäre Lennur Zalfyd anwesend war.

Chrinn Basiliscus schreibt in "Stifkins Rufen":
"Zu dieser Zeit zog der große Rifkin Stifkin schon durch die Lande und lehrte seine Radikalphilosophie; zeigte dem Volk die falschen Lehren auf, denen es aufgesessen war, und warnte vor falschen Predigern. Auch die Zeichen, an denen man sie erkenne, brachte er ihnen bei. Sein Ruf nach Wahrheit war unüberhörbar, und selbst die Transzenditen? mussten einräumen, dass ihre nicht endenwollende Transzendenz, die es noch zu erreichen galt, durchaus etwas mit Wahrheit und Klarheit zu tun hatte. Doch Rifkin war weit volksnaher, und so verwundert es nicht, dass sich seine Philosophie ausbreitete wie ausgelaufene Suppe: zäh aber stetig."


Einer seiner bekanntesten öffentlichen Auftritte war die Beteiligung an der Verteidigung von Marlina Dribyreth, welche mehrfach als Hexe angeklagt worden war.
In Stifkins Randpunkt? wird dieser Prozeß ausführlich geschildert, und der Autor kommt zu dem Schluß:
Nur durch das Eintreten Rifkins, dessen rhetorische Künste schon damals meisterhaft waren, blieb Herzog Dredesmo?, der seine dienstbaren Inquisitoren unter sich hatte, nichts anderes übrig, als sie laufen zu lassen.


Später wurde der Radikalphilosoph im Volke auch als der "Große Stifkin" bezeichnet.

Quellen
  • Die bekannteste und umfassendste Quelle zu Rifkin Stifkin stellt wahrscheinlich das Werk "Rifkins Standpunkt" (Magische Aktivität in Dria) des Magiers Rigello d´Ril dar. Auch in dessen Folgewerken wird er noch erwähnt.
  • "Stifkins Randpunkt - Hexerische Aktivität in Dria"
  • Ketzerische Aktivität in Dria von Sem Tews Dajar
  • "Rifkins Stunde" (Arkane Aktivität in Dria) von Tristardo d´Ril
  • "Stifkins Rufen" von Chrinn Basiliscus
  • Die ip Zand / Stein von Epitrecoa-Theorie als Musterfall einer Verschwörungsvermutung von Centalo d´Ril
  • Die Philosica von Trileus

Erstellt von umberto. Letzte Änderung: Mittwoch, 14. September 2011 20:51:36 CEST by admin.

Kategorie Dria Infos